FLOSSING

THERAPIE + REGENERATION
Flossing

Flossing Band - Wie wirkt das Flossing?

Flossing Band - Wie wirkt das Flossing?

Was versteht man unter Flossing? Wie wirkt das Flossing Band?

Unter Flossing versteht man das lokale Abschnüren einzelner Abschnitte der Extremitäten (Gelenken, Muskeln und Muskelgruppen) mit einem speziellen elastischen Gummiband, um deren Beweglichkeit zu verbessern und Schmerzen zu lindern. Durch Druckerhöhung kommt der venöse Rückstrom zum Erliegen. Aus dem Gewebe werden Flüssigkeit und Stoffwechselendprodukte abtransportiert, gewissermaßen herausgedrückt

Der Fachmann spricht hier vom sogenannten Schwamm-Effekt

Außerdem kann man Flossing auch bei Lymph-Ödemen bei gesundem Lymphsystem anwenden, um die Schwellung abzutransportieren. 

"Geflosst" wird mit einem elastischen Latex-Band, häufig auch als Flossband bezeichnet. Es bewirkt eine Kompression, bei der sich durch den Druck und gleichzeitige aktiv oder passiv ausgeführte Bewegungen Spannungen im Gewebe auflösen lassen. Dieser Vorgang wird auch als mechanische Wirkung des Flossingband bezeichnet. Gleichzeitig stimuliert die Reibung durch das Flossing Band auch Mechanorezeptoren. Das sind Sinneszellen, die mechanische Kräfte in Nervenerregung, also Informationen für das Nervensystem und das Gehirn, umwandeln. Werden die Mechanorezeptoren aktiviert, hat das einen hemmenden Einfluss auf die Schmerz-Weiterleitung im Bereich des Rückenmarks zum Gehirn, die sogenannte Gate-Control-Theorie. Durch diesen Effekt werden Schmerzen gelindert, Bewegungen wieder ermöglicht und die Regeneration bzw. Heilung der betroffenen Gewebe unterstützt.

Woher stammt das Flossing?

Die Behandlung mit dem Flossband ist eine verhältnismäßig junge Behandlungsmethode. Als ihr Erfinder gilt Dr. Kelly Starrett, ein bekannter US-amerikanischer Physiotherapeut, Crossfit-Trainer und Autor. Er betreut seit rund 10 Jahren viele Spitzensportler als Trainer und Therapeut. 

Dazu gehören unter anderem: 

  • Olympiasieger
  • Triathlon-Gewinner
  • Tour de France-Gewinner
  • Athleten aus diversen Sport - Arten
  • Ballet-TänzerInnen
  • Zirkusartisten
  • Soldaten

Er selbst nennt seine Methode Voodoo-Flossing. Das ist ein Hinweis darauf, dass bisher nicht hundertprozentig geklärt ist, wieso das Flossing so erstaunlich gut wirkt. Gerade bei chronischen Beschwerden wirkt Flossing häufig wie eine "Wundertherapie" - wie eine Art Voodoo - und lindert Beschwerden, die durch andere Therapien nicht behandelbar waren. 

Allerdings ist das straffe Abschnüren bei Sportlern und Athleten bereits langjährige Praxis, um erkrankte oder überanstrengte Gelenke und anderen körperlichen Beschwerden zu behandeln. 

Unter den Namen Blood Flow Restriction Training, Okklusionstraining, Kaatsu oder Ninja-Floss werden seit einigen Jahrzehnten verschiedene Trainings- und Behandlungsmethoden genutzt, die dem Flossing ähneln. 

In Deutschland sind es besonders die Physiotherapeuten Ralf Blume und Andreas Ahlhorn, die unter dem Namen Medical Flossing eine Methode speziell im Bereich der Physiotherapie entwickelt haben. 

Flossing wird mittlerweile in vielen Reha- und Therapie-Einrichtungen, aber auch von Hobby- und Breitensportlern zur Selbstbehandlung angewandt. Dabei wird Flossing meist mit anderen Therapie- und Trainingsformen kombiniert. So wirkt Flossing am effektivsten.

Flossing in Kombination mit anderen Therapie- und Trainingsformen verspricht den größten Behandlungseffekt.
Das Flossing Band kann sehr effektiv bei Beschwerden am Kniegelenk eingesetzt werden.

Was genau passiert bei Behandlung mit dem Flossing Band?

Durch das sehr straff angelegte Flossband wird das Gewebe abgeschnürt und damit werden alle fließenden Ströme in dem Bereich gemindert oder unterbrochen. Die Blutzufuhr wird deutlich reduziert, die Lymphflüssigkeit wird durch den Druck vermehrt aus dem Gewebe aufgenommen. Gleichzeitig wird auf das Gewebe, die Muskeln und Faszien, ein hoher Druck ausgeübt. 

Während der Anlage werden die geflossten Strukturen passiv oder aktiv bewegt. Dabei lösen sich Verklebungen und Crosslinks und die Beweglichkeit wird wieder besser. Nimmt man das Band wieder ab, wird der gesamte Bereich kräftig durchgespült. Durch das Flossing Band kommt es im "geflossten" Gewebe zu einer Art Unterdruck. Nach Abnahme des Bandes wird vermehrt arterielles Blut in den Bereich gezogen - Sauerstoff- und Nährstoffgehalt erhöhen sich und das wirkt sich positiv auf Heilung und Regeneration aus. 

Auch unmittelbar nach Verletzungen kann Flossing durchgeführt werden. Allerdings sollte die Spannung des Bandes anfangs geringer gewählt werden. Damit wird gewährleistet, dass die Durchblutung weiterhin funktioniert und genug Nährstoffe in den verletzten Bereich gelangen, um die Heilung voranzubringen.

Einsatzgebiete und Kontraindikationen beim Flossing

Grundsätzlich kann Flossing immer dann angewendet werden, wenn die Bewegung eingeschränkt oder schmerzhaft sind. 

Flossing verbessert die Beweglichkeit und lindert Schmerzen sehr rasch. 

Es kann angewandt werden bei der Behandlung akuter und chronischer Beschwerden der Gelenke, Muskeln und Faszien. Ebenso wirksam ist es bei Schwellungen, zum Beispiel nach Sportverletzungen und stumpfen Traumen oder bei der Behandlung von Narbengewebe. Weitere Anwendungsgebiet sind Arthrose und Rheuma und weitere Gelenkerkrankungen. Selbst bei Meniskusschäden, bei Muskeltonus-Störungen, bei Bänder-und Muskelfaserrissen kann Flossing effektig angewandt werden.

Es gibt sogar einige wissenschaftliche Hinweise darauf, dass durch das Flossing im Gewebe Wachstumssignale ausgelöst werden, die dazu führen, dass vermehrt Kollagenfasern und Proteine, wie das Hyaluron gebildet werden. Dadurch kann sich Flossing positiv auf die Regenerationszeit nach Verletzungen oder intensivem Training auswirken und die Belastbarkeit des Gewebes schneller wieder normalisiert werden. 

Das Flossing steht heute erst am Anfang der wissenschaftlichen Betrachtung und es gibt bisher keine wirklich belastbaren Studien zu dieser Behandlungsmethode. In der Praxis allerdings hat sich die positive Wirksamkeit schon oft erwiesen.

Nicht angezeigt oder sogar gefährlich ist Flossing bei 

  • offenen Wunden
  • Hautverletzungen
  • Ekzemen
  • extrem dünner Haut im Anwendungsgebiet
  • Herzinsuffizienz
  • arteriellen Verschlusskrankheiten
  • Tumoren 
  • bakteriellen Entzündungen

Bei der Einnahme von Blutverdünnern, wie beispielsweiser Marcumar kann es unter Umständen zu Hämatomen kommen. Deshalb sollte in diesen Fällen das Flossing nur nach Absprache mit dem behandelnden Arzt erfolgen.

Wie wird das Flossing-Band angelegt?

Das elastische Gummi-Band wird überlappend um das betroffene Gebiet oder Gelenk angelegt. Das Band wird beim Anlagen auf 50 bis 70 Prozent Dehnung gebracht. Der stärkste Zug wird direkt im Bereich der Beschwerden angelegt, im beschwerdefreien Bereich kann das Flossingband mit weniger Zug angelegt werden. 

Nachdem das Band großflächig um die Beschwerden angelegt und das Ende des Bandes fixiert wurde, kann mit der Mobilisierung begonnen werden. Das geschieht entweder durch das isolierte Bewegen des Gewebes oder gezielte Gelenkbewegungen, die ohne das Flossingband zu zu Beschwerden geführt haben. 

Nach einer Dauer von drei bis fünf Minuten wird das Band wieder gelöst. Nach einer Pause, die mindestens so lange ist wie die Anlagezeit, können weitere Durchgänge mit dem Flossingband durchgeführt werden.

Grundsätzlich muss das Band sofort ab, wenn Taubheitsgefühl oder Missempfindungen auftreten.
Auch Schulterbeschwerden lassen sich mit dem Flossing Band behandeln.

Ist das Flossing schmerzhaft und kann man es auch selbst machen?

Flossing gehört nicht zu den sanftesten Therapien. Eine Flossing-Anlage ist nie komplett schmerzfrei. Schon beim Anlegen des straffen Flossing-Bandes kommt es zu leichten bis mittel starken Druckgefühl. Das muss vor der Anlage berücksichtigt werden.

Nichts desto trotz sollte die Anlage nur leichte Missempfindungen auslösen. Sind die Missempfindungen bei der Anlage zu stark, sollte das Band nochmal abgenommen und lockerer gewickelt werden.

Spätestens nach der Abnahme des Flossing-Bandes sollten die Missempfindungen schnell verschwinden. Wenn nicht sollte die Anwendung des Flossings abgebrochen und nur unter fachkundiger Anleitung erneut ausprobiert werden.

Wenn nach dem Abnehmen das Blut wieder ins Gewebe einströmt, kann es zu einem deutlichen Erwärmungsgefühl kommen. Gleichzeitig berichten Anwender und Patienten, dass der betroffene Bereich nach der Flossing-Anlage sich deutlich leichter und Bewegungen deutlich freier anfühlen.

Eine Selbstbehandlung mit dieser Methode ist im Prinzip möglich. Gerade im Bereich der Beine kann man sich das Flossing Band ohne großen Aufwand selber anlegen. Im Bereich der Arme ist man meist auf fremde Hilfe angewiesen. 

Egal ob Selbstbehandlung oder als Tool innerhalb der Therapie - das subjektive Empfinden des Anwenders muss bei der Anlage und Durchführung immer beachtet werden. Ist der Druck subjektiv zu fest, muss das Band abgenommen und danach etwas leichter angelegt werden. Ist der Druck zu sanft, sollte beim nächsten Durchgang mit mehr Druck gearbeitet werden. 

Wenn diese Vorgaben und die Kontraindikationen beachtet werden, kann Flossing effektiv angewendet werden.

Ralf Blume demonstriert Medical Flossing an der Schulter.

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