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Kaatsu Training - Was ist Kaatsu?

Kaatsu Training - Was ist Kaatsu?

In diesem Artikel erfährst du, worum es sich beim KAATSU handelt, für wen KAATSU geeignet ist und wie es effektiv im Training eingesetzt werden kann.

Was ist Kaatsu?

Das aus Japan stammende "KAATSU" - Konzept ist eine besondere Methode des Krafttrainings. Der Name setzt sich zusammen aus den japanischen Ausdrücken KA = zusätzlich und ATSU = Druck - also KAATSU. Diese besondere Form des Trainings wurde im Jahr 1966 vom japanischen Arzt Dr. Yoshiaki Sato entwickelt und in den darauf folgenden Jahrzehnten immer weiter optimiert.

Beim KAATSU Training wird - wie der Name bereits sagt - zusätzlicher Druck mithilfe von sensorgesteuerten pneumatischen Manschetten, auch bekannt als KAATSU Air Bands, appliziert. Die Air Bands werden dabei entweder um die Oberschenkel oder die Oberarme gelegt und verlangsamen bzw. verändern durch die Kompression beim Krafttraining die Blutzirkulation.

Häufig wird im Zusammenhang mit KAATSU auch vom Blood Flow Restriction Training gesprochen. Hierbei bestehen KAATSU - Trainer und - Anwender darauf, dass es sich beim KAATSU mehr um eine Blood Flow Moderation als eine komplette Restriction handelt. In ihren Augen ist der Begriff Blood Flow Restriction irreführend, da beim Training mit den Manchetten keine komplette Restriktion des Blutflusses unerwünscht und negativ zu bewerten ist.

KAATSU Training in der Praxis

Beim KAATSU wird durch die Air Bands die Blutzufuhr verändert. In Kombination mit leichtem Widerstandstraining - 20-30% der Maximalkraft - reagieren die trainierten Muskeln in kürzester Zeit mit extremer Erschöpfung. Dabei treten, im Gegensatz zu konventionellem Muskelaufbau - Training, keine Mikroschädigungen der Muskulatur auf.

Die beim KAATSU typische Muskelermüdung wird sonst nur mit höheren Gewichten erreicht. Das Nervensystem nimmt diese Ermüdung wahr und aktiviert immer mehr Muskelfasern während der Übung. Ein Mechanismus, um die Leistungsfähigkeit so lange es geht aufrecht zu erhalten. 

In der Folge kommt es zu einer Veränderung des biochemischen Gleichgewichtes - das Gehirn denkt, man würde mit extremen Gewichten trainieren.

Darauf reagiert das Gehirn mit einer massiven Ausschüttung an Wachstumshormonen. Diese anabolen Hormone zirkulieren über den Blutkreislauf zu der beanspruchten Muskulatur. Dort lösen sie Regenerations- und Wachstumsprozesse aus. Vor allem Muskel- und Bindegewebe, Blutgefäße und Knochen reagieren auf das potente anabole Milieu und reagieren darauf mit einer Gewebs- und Funktionszunahme sowie einer Beschleunigung von Regeneration.

Training mit dem Kaatsu Master

Beim KAATSU Training kommt das mobile Touch-Screen-Gerät, das mit zwei hochleistungsfähigen Dual-Air Kompressoren ausgestattet ist, zum Einsatz. Mithilfe des KAATSU Masters können die KAATSU Airbands seitenunabhängig aufgepumpt werden. Außerdem kann der Teilnehmer mit dem Monitoringgerät in Echtzeit den optimalen Abbindedruck kontrollieren und die Blutflussmuster entsprechend steuern. Das als KAATSU Master bezeichnete Gerät wird in Japan seit einiger Zeit nicht nur in Fitnesszentren, sondern auch in Krankenhäusern und Reha-Einrichtungen verwendet. Aber auch im Leistungssport findet KAATSU immer mehr Anklang. 

Der weltweite Erfolg von KAATSU begann im Jahr 2014. Bereits ein Jahr später wurde die moderne Trainingsart auch im deutschsprachigen Raum verfügbar. Seitdem kann das passende Trainingsequipment auch hierzulande erworben werden.

Aber auch immer mehr Personal Trainer, Mirkostudios und Reha-Einrichtungen in Deutschland bieten die Trainingsform ihren Kunden an.

Für wen eignet sich KAATSU?

Kaatsu bewirkt einen raschen Muskelaufbau mit entsprechenden Kraftzuwachs. Dabei sind die Ergebnisse mit knoventionellen Bodybuilding - Methoden vergleichbar. Gleichzeitig ist die Trainingsmethode weniger belastend, da sie keine Mikrotraumata in der trainierten Muskulatur auslöst. Es wird weniger Zeit benötigt, um den Muskel vollständig zu regenerieren. 

Deswegen eignet sich die Trainingsmethode einerseits für Sportler in Team - als auch Individual-Sportarten als Ergänzung zu ihrem sportartspezifischen Training. Aber auch nach Verletzungen und Patienten mit gesundheitlichen Einschränkungen kann KAATSU effektiv eingesetzt werden. Da es weniger Muskelschäden provoziert, können bereits geschwächte Menschen gezielt Muskeln aufbauen, ohne ihren Körper zu sehr zu verausgaben. Für eine rasche Wiederherstellung nach Knochenbrüchen und ähnlichen Erkrankungen, die vorübergehend zur Immobilisation und Schonung der betroffen Körperareale führen, ist KAATSU sehr gut geeignet. Im Rahmen eines Reha-Programms zeigt KAATSU dem herkömmlichen Muskeltraining gegenüber eine sichere Überlegenheit, da es zu einem deutlich früheren Zeitpunkt eingesetzt werden kann. Dadurch wird der Muskel - und Kraft - Verlust, der normalerweise bei längerer Immobilisation auftritt, reduziert oder komplett verhindert.

Alternativ kann KAATSU natürlich auch von allen Fitness - Trainierenden genutzt werden, die ihr Training umstellen möchten und neue Hypertrophie - Reize setzen möchten.

Zusätzlich kann die Regeneration nach dem Training durch die Anwendung von Kaatsu Cycle enorm beschleunigt werden. Dabei werden die KAATSU Valved Air Bands - also die speziellen Manchetten - angelegt und mit verschiedenen Drücken für verschiedene Zeitintervalle aufgepumpt.
Dabei werden keine Übungen durchgeführt - der Blutfluss wird nur durch die variable Stärke der KAATSU Bands verändert. Das Protokoll ist so angepasst, dass das hormonelle Milieu in den betroffenen Extremitäten sich Richtung Regenerationsförderung verändert.

So kann KAATSU auch als aktive Regenerationsmaßnahme sowohl im Leistungs- und Breitensport, als auch in der Therapie angewandt werden.

Selbst bei Verletzungen, bei denen keine Bewegung und Belastung auf die betroffenen Strukturen erlaubt ist, kann mithilfe des KAATSU Cycle die Regeneration unterstützt werden. Dies wirkt sich wiederum fördernd auf die Heilungsprozesse aus.

Welche Muskeln profitieren vom KAATSU Training?

Generell profitieren natürlich Arm - bzw. Bein - Muskulatur am stärksten vom KAATSU. Das ist darauf zurückzuführen, dass die Manchetten nur im Bereich der Extremitäten angelegt werden können. Aber auch Muskeln, die sich nah an der Körpermitte befinden, können durch Cross-Transfer-Effekte vom KAATSU Training profitieren. 

KAATSU Training eignet sich, um mit geringen Gewichten effektiv Muskeln aufzubauen.

So konnte beispielsweise in einer Studie aus dem Jahr 2010  (Link zum Artikel) gezeigt werden, dass bei der Übung Bankdrücken mit KAATSU nicht nur der Trizeps-Muskel signifikante Hypertrophie und Kraftzuwächse erfährt. Auch die Brustmuskulatur, die nicht durch das Band komprimiert werden konnte, erfuhr sowohl signifikante Muskel - als auch Kraft-Zuwächse.

Zitat aus der Studie:
Two weeks of training led to a significant increase (P<0.05) in 1-RM bench press strength in BFR-T (6%) but not in CON-T (-2%). Triceps and pectoralis major MTH increased 8% and 16% (P<0.01), respectively, in BFR-T, but not in CON-T (-1% and 2%, respectively). There were no changes in baseline concentrations of anabolic hormones in either group. These results suggest that BFR bench press training leads to significant increases in muscle size for upper arm and chest muscles and 1-RM strength.

Daher eignet sich KAATSU  für alle Muskeln, die auch im herkömmlichen Krafttraining trainiert werden können.

Zusätzlich können, durch die geringen Lasten die beim KAATSU benötigt werden, auch Bewegungsformen zum Training genutzt werden, die im konventionellen Training nicht genutzt werden können.

So kann mit KAATSU beispielsweise der Torschuss im Fussball bzw. Dribbling im Fussball beübt werden. Dabei kann sportartspezifisch Hypertrophie und Kraft trainiert werden. Dies ist in dieser Form bisher mit keiner anderen Trainingsform so spezifisch möglich.

Mittlerweile wird KAATSU bespielsweise auch im Schwimmen eingesetzt und gezielt beim Schwimmtraining an den Armen angelegt. Dadurch wird ein Hypertrophie-Effekt in genau den Muskeln erreicht, die die Schwimmbewegung ausführen und genau so Kraft entwickelt, wie es das Schwimmen benötigt.

In diesem Fall stellt KAATSU wahrscheinlich eine überlegene Form des Widerstandstrainings dar.

Da KAATSU bisher vor allem in den westlichen Gefilden eher eine Schattendasein gefristet hat, sind viele Effekte noch nicht komplett erforscht. Trotzdem zeigt sich, dass es in der praktischen Tätigkeit sowohl in Training als auch Therapie eine effektive Möglichkeit ist Kraft, Muskelmasse und Leistungsfähigkeit gezielt zu steigern.

Trotzdem konnten gerade in Japan in den vergangen Jahren viele Antworten Frage - Stellungen zum KAATSU durch wissenschaftliche Arbeiten geklärt werden. Aus dieser Forschung hat sich ein eigenes Journal - das International Journal Of KAATSU Training Research - entwickelt, in dem regelmäßig neue wissenschaftliche Artikel zum Thema KAATSU erscheinen. Und viele Anwender berichten von den positiven Effekten, die mit dieser Trainingsform erreicht werden können.

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